Kreisverband Nürnberg

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Nachbarschaft Erlangen

Die Nachbarschaft Erlangen besteht in ihrer jetzigen Form seit 1978. Siebenbürgisches Leben regte sich jedoch in dieser Stadt schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ab 1946 finden wir den Schreinermeister Wagner (evakuiert 1945 aus Nordsiebenbürgen) als ersten Organisator und Vorsitzenden der Siebenbürger Sachsen in Erlangen. Er wohnte in Tennenlohe. Sein Nachfolger war Studienrat Traugott Blasi (aus Kerz), in Erlangen Bruck wohnhaft. Gutbesuchte regelmäßige Zusammenkünfte, Vorträge und Kulturveranstaltungen brachten neues Leben in die Gruppe. Es folgten Jahre, in denen Herr Hayn mit seiner Gruppe Brauchtum pflegte. Später fuhr jahrelang ein Häuflein Siebenbürger Sachsen nach Nürnberg zu den dortigen Zusammenkünften, die Rudolf Mild und Arnold Lukas gestalteten. Eine mutige Frau, Studienrätin Mareichen Schunn (gebürtig von Tartlau, während und nach dem Krieg Lehrerin in Berlin), rief die Frauen aus Erlangen in öffentliche Kaffees zum Frauentreff. Die lebhaften Unterhaltungen, die immer lauter wurden, führten nach zwei bis drei Besuchen zur Kündigung des Lokals. Unsere rettende Gelegenheit aus diesen wechselvollen Umzügen ergab sich 1981, als die Bürgerstube “Angertreff Erlangen” errichtet wurde. Im Sommer 2006 waren es 25 Jahre, seit dem unsere Landsleute gemütlich diese Räumlichkeiten in Anspruch nehmen durften, und laut Zusicherung von Bürgermeister Lohwasser das Bleiberecht erwarben. Unsere regelmäßigen Monatstreffen sind unentgeltliche Zusammenkünfte, sie finden jeden ersten Montag im Monat als Seniorenkaffee statt. Ort: Fließbachstr. 23, Beginn 14.00 Uhr. Kontaktpersonen der Nachbarschaft sind: Paula Röder Tel.: 09131-26133, und Peter Hedwig, 09131-42494. Mitgestalterin im Seniorenkaffee ist Martha Merth. Der erste Freitag im Monat ab 16.00 Uhr ist für Vorträge, Besprechungen und Veranstaltungsvorbereitungen mit Brauchtumspflege vorgesehen. Allgemeine Ziele sind: Busfahrten, Ausflüge, Gottesdienste, Adventsfeiern mit Kinderbescherung. u. ä.

Die Nachbarschaft Erlangen war Mitglied bei folgenden Vereinen: beim ”Bund der Vertriebenen” (BdV), beim ”Stadtverband der Erlanger Kulturvereine”, verfügte über eine wunderschöne Heimatstube mit riesigen Schaufenstern. Nahezu 500 Lebensmittel Geschenkpakete wurden in den frühen 80-ger Jahren an Bedürftige in Siebenbürgen übermittelt.

In kultureller Hinsicht wurden in den frühen achtziger Jahren Dokumentarfilme gezeigt, wie z. B. “Die Deutschen in Rumänien”, “Die Glocke des gefallenen Bruders von Ludwigsdorf” (vom dt. Wandervogel aus dem “Reich” 1933 gestiftet), “Einmarsch der ung. Truppen in Siebenbürgen (1940)”, “Bischof Glondys”, “Sachs halte Wacht” “Der Glockenkäufer”, “Ein Werktag in Siebenbürgen”. Aber auch Gedenkstunden zu Ehren Johannes Honterus, Stephan Ludwig Roth, sowie Dichterlesungen und Mundartnachmittage ergänzten das Repertoire. Die Mitwirkung der Nachbarschaft an der 1000-Jahrfeier der Stadt Erlangen, angeführt von der Großenseebacher Jugendkapelle war hervorragend. Regelmässig fanden Faschingsbälle im Frankenhof statt. Bis zum Jahr 2000 wurden ehrenamtlich ca. 35.000 Broschüren mit dem Thema: “Geschichte der Siebenbürger Sachsen” europaweit verkauft. In jede große deutsche Bibliothek, sowie nach Hermannstadt, Kronstadt und Budapest wurden Beleg- oder Pflichtexemplare entrichtet. Die aus fünfzehn Heften bestehende Buchreihe wurde vom Historiker Dr. Michael Kroner und dem Kreisvorsitzenden Horst Göbbel verfasst, in Erlangen war der Versand. Aus dem Erlös konnten 2.000 DM an das Siebenbürgen Institut und 2.000 DM an die Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft in München gespendet werden. Seit 1990 werden für die Siebenbürgische Bibliothek in Gundelsheim jährlich etwa 50 Bücher unentgeltlich repariert bzw. neu gebunden. Vorher wurden 30 kg Steuerlisten des Burzenlandes vom Ungarischen Staatsarchiv Budapest, (Jahre 1510 – 1750) in 15 Foliobände gebunden, das Konvolut der Bibliothek in Gundelsheim übereignet. Unserer Bundesgeschäftsstelle in München wird schon seit geraumer Zeit der Jahresband “Siebenbürgische Zeitung” erstellt.

Singgemeinschaft Angertreff

Die Singgemeinschaft Angertreff nimmt aktiv am Kulturleben der Nachbarschaft Erlangen teil. Sie pflegt Gesang zu frohen und ernsten Anlässen, zu Gottesdiensten, Advent, Weihnachten und Beisetzungen von Landsleuten. Ebenso wird damit siebenbürgisches Brauchtum, Geselligkeit, Entspannung und Frohsinn befördert. 1998 erhielten unsere 24 Sänger(innen) die silberne- bzw. goldene Ehrennadel “Evangelischer Kirchenchöre in Bayern e. V.”. Eine CD Platte bzw. Tonband ist während einem äußerst erfolgreichen Gottesdienst in der ev. Peter und Paul Kirche, Erlangen Bruck erstellt worden. Weitere erfolgreiche Auftritte hatte die Singgemeinschaft auf dem Erlanger Weihnachtsmarkt und im Roncallistift (kath. Altenheim), sowie in nahezu jeder der neun ev. Kirchen von Erlangen. Die bewährte Chorleiterin war Christine Friedsam (ehemals Kantorin zu Donnersmarkt).

Peter Hedwig

Ansprechpartner:

Peter Hedwig
Starenweg 53
91056 Erlangen
Tel: 09131 / 42494